Die Bedeutung von Web 2.0 für kleine und mittelständische Unternehmen: Wikis
Der Name “wiki” entstammt dem Hawaiianischen, dort bedeutet das Wort “schnell”. Das verweist auf ein wesentliches Merkmal von Wikis – das Arbeiten mit Wikis nimmt wenig Zeit in Anspruch. Das bekannteste Beispiel für ein Wiki dürfte das Online-Nachschlage- werk Wikipedia sein. Der entscheidende Unterschied zwischen Wikis und “normalen” Internetseiten, und damit auch der Grund für die Einordnung zu den sogenannten Web 2.0 Anwendungen ist die Tatsache, dass jeder Leser eines Wikis auch selbst Inhalte hinzufügen oder bearbeiten kann.
Dadurch ist es möglich, dass mehrere Autoren gemeinschaftlich an Texten arbeiten und somit die Inhalte des Wikis das Wissen aller Beteiligten, und nicht nur das eines einzelnen widerspiegeln.
Die Anwendung solcher Wikis beschränkt sich bisher meist auf den privaten Bereich, jedoch ergeben sich bei einer Anwendung in Unternehmen zahlreiche Potentiale zur Verbesserung des Informationsflusses, denn gute neue Ideen können von allen Mitarbeitern einer Firma ausgehen. Ob jedoch eine gute Idee von den Entscheidungsträgern des Unternehmens wahrgenommen wird, hängt von vielen anderen Faktoren ab. Weiterhin kann das gesammelte Know-how der erfahrenen Angestellten im Laufe der Zeit verloren gehen, wenn ein Unternehmen kein gutes Konzept für das Wissensmanagement besitzt.
Ein technischer Vorteil von Wikis ist, dass sie einfach zu bedienen und kostengünstig, sowie durch Verlinkungen kontextbezogen, aktuell und ergebnisorientiert sind. Von den Mitarbeitern wird kein größeres Know-how verlangt, um Texte einzustellen oder abzuändern. Die Texte hingegen können alles beinhalten, von Anleitungen über Telefonlisten und Sitzungsprotokolle bis hin zu Diskussionen zu aktuellen Themen. Durch Verlinkungen der Seiten untereinander oder durch sogenanntes “Tagging” – das Hinzufügen von freien, kontextbezogenen Schlagworten – entsteht ein Netzwerk von Informationen.
Im organisatorischen Bereich liegt der Vorteil somit in der schnellen und effektiven Selektierung von relevanten Informationen. Umfangreiches Wissen nützt einem Unternehmen nur dann, wenn es auch allen Mitarbeitern zugänglich ist. Eine gute Möglichkeit hierfür stellen beispielsweise Wikis dar, denn durch die Vernetzung der Informationen untereinander können kontextbezogene Fragestellungen schnell beantwortet werden, das Durcharbeiten von Aktenbergen entfällt, und die Mitarbeiter werden in die Lage versetzt, mit wenigen Klicks ihr Wissen zu erweitern.
Etwas mehr Aufwand erfordert der Einsatz von Wikis hingegen beim Umdenken in der Unternehmenskultur: Viele Nutzer empfinden es als ungewohnt, einen noch unfertigen Text schon mit den anderen Nutzern zu teilen. Um redundante oder unstrukturierte Inhalte zu verhindern ist bei steigender Nutzerzahl auch häufig der Einsatz von Administratoren sinnvoll. Weiterhin können Wikis aufgrund ihres Aufbaus natürlich nur funktionieren, wenn die Mitarbeiter sie akzeptieren und nutzen. Die Technik allein mag noch keine Probleme lösen, wenn grundlegende Gedanken zum Wissensmanagement jedoch auch in Zukunft weiterhin eine hohe Priorität in Unternehmen haben, dann kann auch der Einsatz von Wikis viele Vorteile mit sich bringen.
Beim Verbundforschungsprojekt MAMSplus ist es das Ziel, moderne IT/TK Anwendungen, darunter auch Web 2.0 Anwendungen wie Social Networks oder Wikis in den Bereichen Geschäftskommunikation und Gesundheit zu etablieren, um die Vorteile moderner IT/TK Anwendungen einem breiteren Publikum auch aus dem Geschäfts- und Gesundheitsumfeld zugänglich zu machen.



MAMSplus auf der Beta-Plattform » MAMS Blog said,
[...] Wiki Hypertext-System, dessen Inhalte von den Nutzern der Beta-Plattform nicht nur gelesen, sondern auch online geändert und projektbezogen beliebig angepasst werden können. (Vgl. dazu MAMS-Blog Beitrag vom 26.11.2008) [...]
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